Welche Tiere in Deutschland stehen unter Naturschutz?

Tierschutz

Mithilfe des Bundesnaturschutzgesetzes werden bedrohte Tier- und Pflanzenarten vom Aussterben bewahrt. Mit Blick auf die Vergangenheit ist das unvermeidlich. Dabei stellen sich viele Menschen die Frage, ob auch in Deutschland Tiere unter dem Naturschutz stehen. Die Antwort darauf ist rasch gegeben: Ja – äußerst viele sogar. Bienen und Hornissen sind hierfür eines der bekanntesten Beispiele:

Die fliegenden Insekten dürfen nur dann getötet werden, wenn sie einen Menschen durch einen Angriff bedrohen. Auch die Nester von Hornissen können nicht nach Belieben entfernt werden. Besitzer eines Grundstück müssen zunächst eine Gesundheitsgefährdung durch sie nachweisen können. Außerdem ist die Erlaubnis der Naturschutzbehörde einzuholen. Und: Die lokale Feuerwehr muss anschließend beauftragt werden, um das Nest nach Vorschrift zu beseitigen. Was für die Tiere gilt, trifft auch für deren Lebensraum zu. So ist es verboten, die Pflanzen im Garten mit bienenschädlichen Mitteln zu behandeln. Dies schließt von Bäumen über Sträucher auch Blumen ein.

Wissenswertes zum Naturschutzgesetz

In Deutschland stehen nicht nur Hornissen und Bienen unter Naturschutz. Vielmehr umfasst das Gesetz fast alle heimischen Säugetiere, Lurche, Insekten, Vögel und Kriechtiere. So dürfen sie

– nicht getötet,
– gefangen
– oder mutwillig verletzt werden.

Die Haltung als Haustier ist ebenfalls streng untersagt.

Für Haus- und Gartenbesitzer bedeutet das: Gräbt ein Maulwurf das heimische Grün um, dürfen unter keinen Umständen Giftköder ausgelegt werden. Auch ein Umsiedeln ist untersagt. Fische aus dem nahegelegenen Bach dürfen außerdem nicht eingefangen und in den eigenen Gartenteich gesetzt werden. Das wird von Gesetzeswegen als Tierquälerei angesehen und entsprechend geahndet.

Problematisch ist darüber hinaus, einen lautstark quakenden Frosch umzusiedeln. Selbst bei andauernder Lautstärkeentwicklung müssen sich Gartenbesitzer vorab ausführlich darüber erkundigen, ob und in welcher Form das Tier in einen neuen Lebensraum abseits des eigenen Grüns umgesetzt werden darf.

Eine Auswahl an in Deutschland geschützten Tierarten – Eidechsen und Vögel

Eidechsen können auch in Deutschland häufig dabei beobachtet werden, wie sie sich auf einem Stein sonnen. Was viele Menschen nicht wissen: Sie stehen unter strengem Naturschutz. Vor allem der gefährdeten Mauereidechse kommt hier ein besonderer Stellenwert zu. Aus diesem Grund gilt: Ihr Lebensraum darf ähnlich wie der der Bienen oder Hornissen nur in Ausnahmefällen verändert werden. So darf eine alte Gartenmauer ohne Zustimmung der Naturschutzbehörde nicht ohne Grund abgerissen werden. Dies ist insbesondere dann der Fall, wenn sie nachweislich von Mauereidechsen bevölkert ist. Es ist wahrscheinlich, dass die Behörde den Antrag auf den Mauerabriss in diesem Fall sogar ablehnt.

Ebenso wie Eidechsen fallen häufig anzutreffende Gartenvögel wie Amseln, Rotkehlchen oder der Spatz unter das Naturschutzgesetz. Sie dürfen also nicht gefangen und auch ihre Nester nicht zerstört werden. Eine besonders geschützte Vogelart in Deutschland ist dabei der Eichelhäher. Seine Tötung ist strengstens verboten, wodurch Jäger bei Bedarf eine spezielle naturschutzrechtliche Ausnahmegenehmigung beantragen müssen.

Nicht nur Frösche, sondern auch Saatkrähen können eine Ruhestörung verursachen. Sie sind eine häufig anzutreffende heimische Vogelart. Haben die Krähen ihr Nest im heimischen Garten bezogen, ist das von Besitzern und Nachbarn hinzunehmen. Einen Sonderfall gibt es hier jedoch: Wurde das Ansiedeln der Vögel durch eine Partei gefördert, könnte eine andere Person einen Antrag auf deren Umsiedlung stellen.

Das Naturschutzgesetz in Deutschland: stets gut zu wissen

Wenn die Rede vom Natur- oder Artenschutzgesetz ist, denken viele Menschen zuerst an Tierarten wie Löwen, exotische Fische und Elefanten. Oft wird vergessen, dass auch die heimische Fauna eingeschlossen ist. Pauschal lässt sich also durchaus sagen: Jedes Tier in Deutschland unterliegt den Schutzbestimmungen. Die Ausprägung davon jedoch ist individuell.

Soll ein Hornissennest entfernt oder ein Naturteich verlegt werden, empfiehlt sich daher auf jeden Fall die Kontaktaufnahme mit der Naturschutzbehörde. Nur so können Eigentümer von Grundstücken oder Häusern sicher sein: Das Tierwohl sowie die persönliche Straffreiheit sind nicht gefährdet.

1 Kommentar

  1. Martin Burkutean

    Welcher Fisch steht in Deutschland unter Naturschutz? A: Na­se B: Mund C: Ohr

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