Karpfenangeln mit Boilies – damit klappt der Fang

Karpfen

Wer bei seinem Angelausflug die Karpfen im Blick hat, kommt am Boilie nicht vorbei. Dabei handelt es sich um einen speziellen Köder, auf den Karpfen besonders gut anspringen und den eigenen Angelerfolg deutlich erhöht. Fred Wilton hat den Köder 1960 entwickelt und mittlerweile zählt ein Boilie zum beliebtesten Köder überhaupt – dies mag auch der Tatsache geschuldet sein, dass er problemlos auch selbst hergestellt werden kann.

Warum sind Boilies so erfolgreich?

Jeder Köder hat andere Eigenschaften, die entweder den Jagdtrieb oder andere Instinkte des gewünschten Beutefisches stimulieren. Farbe, Geschmack, Darbietung und Geruch entscheiden, welcher Fisch auf welchen Köder anspringt. Bei einem Boilie handelt es sich um eine Teigkugel, deren Hauptmerkmale, nämlich:

  • die Festigkeit,
  • Farbe und
  • Aromen (Geschmack/Geruch)

besonders von Karpfen angenommen werden. Aber auch durch die richtige Auswahl der Größe können andere interessierte Fischarten vom Biss abgehalten werden, denn ist die Teigkugel zu groß, wird ein kleiner Fisch nicht beißen.
Durch die Farben und den Geruch sind Boilies für Karpfen besonders gut zu entdecken, denn der Karpfen geht auch mit den Augen auf Nahrungssuche!

Welche Boilies gibt es?

In sogenannten Boilie Discounter kann man die unterschiedlichsten Boilies käuflich erwerben. Vorteil hier ist natürlich, dass alles schon fertig und einsatzbereit ist. Es gibt einige Sorten, die von Anglern besonders gerne eingesetzt werden, dazu zählen:

  • Mais
  • Krabbe
  • Muschel
  • Früchte
  • Vanille

Es sei erwähnt, dass die Sortenvielfalt groß ist. Manche Anbieter haben auch Bier, Hefe, BBQ oder ähnliche Aromen im Angebot – ob hierbei tatsächlich ein Biss zustande kommen ist eher zweifelhaft, da im Nahrungsspektrum der Karpfen eher selten Bier und BBQ vorkommt. Ein anderer wichtiger Aspekt ist die Farbe der Boilies: Hier gibt es kein richtig oder falsch, denn auf welche Farben die Karpfen anspringen ist unterschiedlich und muss immer ausprobiert werden. Auch bei der Größe sollte der Karpfenangler ausprobieren, ob 16, 20 oder größere Boilies zum Biss führen.

Unsere 5 Tipps für noch mehr Karpfenbisse

Tipp 1, die Farbe: Wie oben schon erwähnt ist die Farbe ein wichtiger Punkt. Als kleiner Tipp kann im Hinterkopf behalten werden, dass die meisten großen Karpfen eher auf dunkle Boilies anspringen. Da die großen Exemplare meist schon ein wenig Lebenserfahrung haben, lassen sie sich selten durch auffällige, leuchtende Köder locken, daher wählt man dunkle Boilies die nahe an die natürliche Nahrung erinnern.

Tipp 2, Ölen oder „Dippen“: Klingt komisch, ist aber eine gute Möglichkeit die Intensität des Futterplatzes zu erhöhen. Mit einem Dip, also Aromaöl, wird der Geruch intensiviert. Das Öl wird dabei natürlich auf die Boilies geträufelt und entweder mit ausgeworfen oder zum „Anfüttern“ an der entsprechenden Stelle versenkt.

Tipp 3, Nachtangeln: Wer, gerade im Sommer, aber nicht nur dann, seine Ausbeute erhöhen will, sollte einmal das Nachtangeln ausprobieren. Auch Fische mögen die Hitze nicht und verstecken sich tagsüber im Schatten. Dadurch sinkt die Chance auf einen dicken Fang. Zudem bekommen Fische nachts ein besonderes Sicherheitsgefühl, da ihre Feinde in Dunkelheit nicht so gut sehen können. Wer also seine Rute nach Sonnenuntergang schwingt und auch noch ausreichend anfüttert wird mit großartigen Bissen belohnt!

Tipp 4, das Stalken: Auch eine gute Methode für Karpfenfischerei, falls die Boilies mal zu früh leer sind, ist das Stalken. Statt schnöde am Rand zu stehen und einfach nur abzuwarten, gehört das Sichtfischen zum absoluten Highlight. Dabei wird der (sichtbare) Fisch überworfen und dann versucht, den Köder zum Fisch zu führen und ihn hoffentlich zum Anbeißen zu motivieren.

Tipp 5, Ruhe: Karpfen sind sehr empfindlichen Fischen. Häufiges Auswerfen, Unruhe am Ufer, Licht oder Reden nehmen sie besonders intensiv wahr.

Wie stellt man eigene Boilies her?

Wer einmal eigene Wege gehen will oder schon länger angelt, wird früher oder später auch mal selbst Köder produzieren wollen, um den Angelerfolg zu erhöhen. Daher hier ein kleines Basis-Rezept, um schnell und einfach eigene absinkende Boilies herzustellen!
Folgende Zutaten werden benötigt:

  • Grieß oder Stärkemehl
  • (optional) Nüsse
  • (optional) Milchpulver (Vanille, Banane, Erdbeere, Schoko)
  • Kokosflocken
  • Zucker (oder Puderzucker, Vanillezucker)
  • Pflanzliches Öl
  • Frische Eier

Die meisten Zutaten sollte man sowieso im Vorratsschrank haben, die Menge variiert, je nachdem wie viele Boilies hergestellt werden sollen. In der folgenden Schritt-für-Schritt-Anleitung werden Zutaten für ca. 50 Boilies mit Nüssen und Vanille angegeben. Kurzer Hinweis zu den optionalen Zutaten: Wie im Artikel geschrieben springen Karpfen auf Farbe und Geruch an. Daher sollte man unterschiedliche Farb- und Geschmacksrichtungen ausprobieren!

Und so werden unsere Boilies gemacht:

1. Zunächst werden 300 Gramm Grieß, 80 Gramm Erdnüsse ohne Salz, 50 Gramm Vanillemilchpulver (z.B. von Nesquik), 50 Gramm Kokosflocken, 1 Esslöffel Rapsöl und 4 normale Eier in eine Schüssel gegeben und ordentlich verrührt
2. Der entstandene Teig darf nicht flüssig sein, sondern eher an Brotteig erinnern. Zur Not einfach mit Grieß auffüllen, um die perfekte Konsistenz zu erzeugen
3. Der Teig muss nicht ruhen, daher kann er entweder direkt mit einem Teelöffel portioniert und in Kügelchen geformt werden oder es wird eine große Rolle mit dem gewünschten Durchmesser gerollt und dann portioniert
4. Die Kugeln kommen in einen großen Topf der ausreichend mit Wasser gefüllt wurde. Das Wasser muss nicht kochen, sollte aber kurz davor sein.
5. Wenn alles richtig gelaufen ist, sollten die Boilies nach ungefähr 5 Minuten an die Oberfläche kommen – sie sind dann fertig!

Danach müssen Boilies immer ruhen und vor allem ein paar Tage vollständig trocknen. Dazu kann man sie einfach auf ein Backblech oder auf Küchentücher legen. Es wird nicht empfohlen, beim Trocknen nachzuhelfen!

Wenn alles trocken ist (ca. drei Tage dauert das) können sie in einem Eimer (mit Deckel) einige Wochen aufbewahrt und natürlich auch verwendet werden!