Wald und Lebensqualität

Zwei Spaziergänger im Wald
© U. Kürschner - Fotowettbewerb "Ohne ihn..."

Erholungsnutzung

Deutschland ist mit 231 Einwohner/km² eines der am dichtesten besiedelten Länder Europas. In der deutschen Gesellschaft hat der Wald seit der Romantik eine herausgehobene Rolle für die Erholung. Er bietet - vielfach bereits in Wohnortnähe - attraktive Ausflugsziele mit ausgeglichenem Lokalklima, Ruhe und vielfältigen Waldbildern. Aufgrund seiner besonderen Bedeutung ist das Betreten des Waldes zum Zwecke der Erholung in allen Waldbesitzarten, abgesehen von speziellen Ausnahmen im Einzelfall (zum Beispiel in Holzeinschlägen, Waldverjüngungen und Nationalparken) - grundsätzlich gestattet.

Die Bevölkerung nimmt dieses Recht intensiv in Anspruch. Etwa zwei Drittel der Bevölkerung besuchen den Wald mindestens einmal pro Jahr; viele Menschen suchen den Wald auch regelmäßig zur Erholung auf. Für viele Menschen in Deutschland sind der Waldlauf und der Waldspaziergang alltägliche und wichtige Bestandteile ihrer Erholung und tragen zur Verbesserung der Lebensqualität bei. Der Wald ist ein viel besuchtes Umfeld für Bewegung und Entspannung und hat eine große Bedeutung für die Gesundheit und Leistungsfähigkeit der Bevölkerung.

Typische Waldlandschaften sind beliebte Ziele für den Urlaub in Deutschland.

Naturschutz

Der Wald erbringt Schutzfunktionen für die Leistungsfähigkeit des Naturhaushaltes. Dies umfasst auch die Erhaltung einer waldtypischen Flora und Fauna, die im dicht besiedelten Deutschland vielfältigen anthropogenen Einflüssen ausgesetzt ist. Viele heimische Tier- und Pflanzenarten finden nur im Wald die Lebensbedingungen, die sie brauchen. Die Entwicklung des Naturschutzes ist Teil der kulturellen Identität Deutschlands.

Wasser- und Luftfilter

Bekannt ist die Schutzfunktion des Waldes für Wasser und Luft. Wald und Waldböden wirken hier als Filter, Sauerstoffproduzenten und Wasserspeicher.

Klimaschutzfunktion

Der Wald steht global und auch kleinräumig in enger Wechselwirkung mit dem Klima. Global tragen die Wälder maßgeblich zur Sauerstofferzeugung und Kohlenstoffspeicherung bei. Kleinräumig wirkt der Wald ausgleichend auf das Kleinklima seiner Umgebung; nicht umsonst sind Stadtparks beliebte Aufenthaltsorte insbesondere an heißen Sommertagen.

Rohstoffbereitstellung

Die verarbeitungsnahe Versorgung mit Rohholz ist eine wichtige Grundlage für die deutsche Holzwirtschaft. Eine effiziente und nachhaltige Waldwirtschaft verbunden mit einer wettbewerbsfähigen Holzindustrie sichert und schafft Arbeitsplätze. Der gesamte Wirtschaftssektor, der auf dem Rohstoff Holz aufbaut, beschäftigt rund 1,2 Millionen Arbeitskräfte und erzielt einen Jahresumsatz von 168 Milliarden Euro (2008), insbesondere im ländlichen Raum. Auch dies ist ein maßgeblicher Beitrag zur Lebensqualität in Deutschland.

Umweltbildung (Waldpädagogik)

In den letzten Jahren nimmt das Thema Waldpädagogik in dem Maß an Aufmerksamkeit zu, wie große Teile der Bevölkerung naturfern leben müssen. Waldpädagogik ist waldbezogene Umweltbildung. Sie umfasst alle den Lebensraum Wald und seine Komponenten sowie Funktionen betreffenden Lernprozesse.

Bestattungswälder

Eine weitere neue Entwicklung mit spiritueller Bedeutung stellen Bestattungswälder dar. Menschen können nach dem Ableben ihre Asche an hierzu speziell ausgewählten Waldstandorten in einer verrottbaren Urne am Fuße eines Baumes beisetzen lassen. Zurzeit sind in Deutschland runf 50 Bestattungswälder ausgewiesen.