Wald als Teil unserer Kulturlandschaften

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Der Wald ist in Deutschland ein wesentliches landschaftsprägendes Element in unseren Kulturlandschaften, auch in seiner häufig regionaltypischen Wald-Feld-Verteilung. Deutschland ist von Natur aus ein "Waldland", das seit früher Zeit von Menschen besiedelt und bewirtschaftet wird. Ohne menschliches Zutun wäre ein großer Teil unseres Landes bewaldet. Heute sind rund 31 Prozent der Landesfläche Wald. Die Forstwirtschaft ist nach der Landwirtschaft die flächenmäßig bedeutendste Landnutzungsform.
Zu Beginn der Neuzeit waren die Wälder in Deutschland auf weit weniger als die heutige Waldfläche zurückgedrängt und stark übernutzt. Vor dem Hintergrund der waldgeschichtlichen Entwicklung, der hohen Bevölkerungsdichte sowie der anthropogenen Umweltveränderung gibt es in Deutschland völlig natürliche, vom Menschen nicht beeinflusste Waldökosysteme (sogenannte Primärwälder) seit langer Zeit nicht mehr. Der überwiegende Anteil (circa 99 Prozent) der Wälder in Deutschland wird nach der MCPFE-Klassifikation für Naturnähe der Kategorie "semi-natural" zugeordnet. Die heutigen Wälder in Deutschland sind das Ergebnis menschlicher Beeinflussung und damit das Ergebnis eines "kulturellen Schaffens".
Dies wird auf dem überwiegenden Teil der deutschen Waldfläche künftig so bleiben, auch wenn die Forstwirtschaft seit circa drei Jahrzehnten zunehmend nach Methoden der naturnahen Waldbewirtschaftung arbeitet. Ein Kernelement ist dabei der Umbau von Nadelbaumreinbeständen hin zu standortgerechten Laubbaum- beziehungsweise Laubbaummischbeständen. Künftig sollten bei der Neubegründung von Wäldern vermehrt standortheimische Baumarten verwendet werden. Mit 39 Prozent wurde in Deutschland mittlerweile ein beachtlicher Laub- und Mischwaldanteil erreicht.
Doch auch der Verzicht auf Nutzung ist Ausdruck des kulturell-gesellschaftlich Gewollten: Dies gilt im Kleinen für das Belassen von Habitatbäumen, Altbaum- und Totholzinseln und Einrichten von nutzungsfreien Waldflächen im Wirtschaftswald ebenso wie für die Einrichtung großflächiger Waldschutzgebiete zum Beispiel in unseren Nationalparken.
Das Welterbekomitee der UNESCO hat am 20. Juni in Paris entschieden, die "Alten Buchenwälder Deutschlands" in die Liste des Welterbes aufzunehmen. Damit sind bundesweit ausgewählte Waldflächen in fünf Schutzgebieten als Weltnaturerbe anerkannt, und zwar in den Ländern Brandenburg, Hessen, Mecklenburg-Vorpommern und Thüringen. Weitere Informationen dazu finden Sie in der Pressemitteilung des Bundesumweltministeriums.





