Wald als Bestandteil unserer geschichtlichen und kulturellen Identität

Nadelwald
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In Deutschland hat sich im Laufe der Geschichte eine besondere Einstellung gegenüber dem Wald entwickelt. Diese "Waldgesinnung" kann als "Kondensat" einer über Jahrtausende erlebten und prägenden Lebensrealität verstanden werden. Der Wald war - weit über den Aspekt des Rohstofflieferanten hinaus - ein untrennbarer Bestandteil und Begleiter früherer Generationen.

  • Der Wald war und ist Träger mythologisch-spiritueller Vorstellungen, zum Beispiel in Form der heiligen Bäume und Haine der Germanen und Kelten, als prägendes Element in unseren Märchen und Sagen sowie in Form einer verklärten Waldidylle der Romantik.
  • Der Wald war Schauplatz historischer Gefechte und Schlachten, Ort und Kulisse für feudale Jagdleidenschaft, Aktions- und Rückzugsraum für überregional gefürchtete Wegelagerer und Räuber.
  • Der Wald ist stiller Zeuge und Bewahrer der Hinterlassenschaften von längst vergangenen Völker und Generationen: Kultstätten, Siedlungen, Verteidigungsanlagen etc. aus allen Zeitaltern haben hier als sogenannte Bodendenkmale die Zeiten überdauert und zeugen von einer wechselhaften Vergangenheit.
  • Der Wald als Quelle der Inspiration für Maler, Dichter und Komponisten und damit als immer wiederkehrender Bestandteil in unserer Malerei, Literatur, Musik, Theater- und Filmkunst. Hiermit ist auch der Rohstoff Holz untrennbar verbunden: Die Bretter, die die Welt bedeuten …
  • Wald und Holz haben auch Eingang in unsere Redensarten und Sprichwörter gefunden, zum Beispiel: "Wie man in den Wald hinein ruft …", "den Wald vor lauter Bäumen nicht sehen", "im Wald stehen", "zwischen Baum und Borke", "Bäume ausreißen können", "aus rechtem Holz geschnitzt sein", "ein Brett vor dem Kopf haben", "dicke Bretter bohren" etc.