Waldkind
Die Sängerin Andra Barz hat schon fast alles gesungen, vor allem Jazz, sie improvisiert virtuos, schreibt Hörspiele, komponiert für Hörbucher und arbeitet oft mit vokal erzeugten, geschichteten Klängen.
Aufgewachsen in der DDR konnte sie nach der Wende studieren und lebte dann lange Zeit in London, wo sie ihren Job als Architektin schließlich aufgab, um zurück in ihre havelländische Heimat zu ziehen. Hier traf sie auf Jan Beumelburg, die andere Hälfte von ‚Waldkind‘, der eigentlich als bildender Künstler arbeitet und fortan im Leben wie auch in der Musik ihr Partner wurde und der sie mit klarem Sinn für Einfachheit einfühlsam am Klavier begleitet.
Einen Auszug aus Ihrem neuen Album können Sie hier hören:
Waldkind
- Flash ist Pflicht!
- Andra Barz (Lyrik, Komposition, Gesang)
Jan Beumelburg (Piano)
Über das Waldkind Andra Barz:
Zuhause & Wald
Andra verbrachte ihre Kindheit im Wald und auf den Wiesen des Havellandes.
Hier turnte sie auf dem selbst gezimmerten Schwebebalken ihres Vaters zwischen Kiefern und wilden Brombeersträuchern, saß auf ihrer Lieblingseiche, sang, streifte durch die Sümpfe und Wälder , malte und zeichnete ihre wunderschöne Umgebung.
Zuhause! Es war das allein stehende Haus am Waldrand- da wo Omi den Pflaumenkuchen in den Ofen schob, alte Volkslieder sang, Opa mit der Sense das Heu mähte, wo sie mit ihrer Schwester den schönsten Platz auf dem Kirschbaum erstritt und an dem Ort, wo ihre Eltern in einer Werkstatt Zahnarztgeräte reparierten um so dem DDR- Alltag etwas entfliehen zu können.
Potsdam
Mit 13 Jahren schrieb sie ihre ersten Lieder, doch erst mit 17 wagte sie sich in die Nachbarstadt zum klassischen Gesangsunterricht. Sie durchbrach das von ihr empfundene Korsett von Kunstlied und Arie, indem sie sich nebenbei in einer psychedelischen Pop-Band musikalisch auslebte.
Sie entdeckte ihre Liebe zum Malen und Zeichnen wieder und konnte diesem Talent in einem Architekturstudium der Schlösser & Garten- Stadt- Potsdam wieder nachgehen.
Hier wurde sie nebenbei von Uta Meyer in Alter Musik ausgebildet, nahm Klavier-, Ballett- und Jazzdanceunterricht. Sie finanzierte ihr Studium als Frontfrau in einer Gala- Band und Sängerin ihres Jazz-Soul-Duos mit Joachim Kuipers.
1995 gewann Andra den 1. Preis im bundesweiten Gesangswettbewerb „Stimmtreff“ in Hamburg, ihren zweiten als Sieger des Stoke- Newington- Wettbewerbs in London. Frisch diplomiert als Architektin wagte sie sich so in die Großstadtmetropole zu ziehen, denn der erste Preis war ein Gesangsausbildungsstipendium in London.
London
Zunächst schlug sie sich durch mit verschiedenen Jobs, London war teuer, doch dann bekam sie eine Stelle als Architektin, die sie letztendlich dazu bewog, hier zu bleiben.
Am „City- Institute for Literature“ wurde sie 2 Jahre unter anderem von Anita Wardell im Jazzgesang ausgebildet, danach in einem drei-jährigen Meisterkurs bei Rollin Rachele im Obertongesang, außerdem nahm sie Unterricht in Feng-Shui/ Klang& Raum und schloss eine zweijährige Heil- Ausbildung am „College for Psychic Studies“ ab.
Andra ging zu Jam- Sessions in Clubs und Pubs und traf hier ihre erste All- Girl- Jazz- Band „Hello Kitty“. Mit denen sang sie auf Schwulenparties, zu Geburtstagen von Prostituierten und in den Bars und Clubs von London.
Dann wurde sie Sängerin der schwarzen Funk- Jazz- Band „Omegapoint“. Die traten bei Marks& Spencers zwischen Schlüpfern und Tischwäsche auf, spielten jedoch auch in verschiedenen Schlössern Englands wie Leeds Castle und anderen sowie Bars and Pubs der Londoner Szene.
Wald & Musik
Doch die Oberflächlichkeit und Schnelllebigkeit der Großstadt zehrten an ihr, dem eigentlichen Waldkind. Sie lief jeden Morgen an der Themse entlang, um wenigstens eine Prise Natur einatmen zu können und musste weinen, wenn sie zu Besuch in ihrem stillen Wald im Havelland war.
Dann kam eines Tages die Entscheidung: nach mehr als 6 Jahren London zog sie weg von ihrem bunten Freundeskreis, der aus bildenden Künstlern, Musikern und alternativen Hippies bestand - weg von ihrem gut bezahlten Job als Architektin und weg von der Möglichkeit einer aussichtsreichen Karriere als Jazzsängerin in der europäischen Kulturhauptstadt.
Sie entschied sich für ein Leben am Wald in ihrem geliebten Havelland - allein ohne Job, ohne Geld! Hier schrieb sie erst Lieder, experimentierte mit ihrer Stimme in nächtlichen Tonaufnahmen und genoss die langen Spaziergänge durch die duftenden Kiefernwälder und die Bäder in den wilden Seen der Umgebung.
Trotz der Einsamkeit fand sie hier eine Band: „Spell of Jazz“, mit denen sie musizierte, auftrat und nebenbei als Gesangslehrerin arbeitete.
Nach einigen Jahren traf sie auf den im Land Brandenburg bekannten bildenden Künstler Jan Beumelburg, der ganz in der Nähe wohnte, ebenfalls das Havelland und die Natur liebte und ihr Lebenspartner wurde.
Er ermutigte Andra, ihre selbst geschriebenen Songs zu veröffentlichen. Jan begleitete sie auf ihrer ersten gemeinsamen CD am Klavier, in der sie über ihr Leben singt, über den Wald und ihre Kindheit.
Mehr Informationen unter: http://andrabarz.com







