Baumsteckbriefe

Wie sehen die Blätter und Früchte von Weißbirke, Eberesche, Fichte und Co. aus? Wofür nutzt man das Holz dieser und anderer Baumarten?

Hier können Sie sich informieren:

Die Weißbirke mit ihrer weißen Stammborke und lichten Krone wird gern als Zierbaum in Parks und Gärten gepflanzt. Im Freistand kann sie beinahe
30 Meter hoch werden. Schon kurz vor dem Austrieb der rautenförmigen, doppelt gesägten Blätter entfalten sich die im Herbst angelegten Kätzchen.
Bereits im Juli sind die Früchte reif und wehen massenhaft durch die Lüfte.
Das weißgelbe Birkenholz dient zur Herstellung von Schnitzarbeiten und Möbelfurnieren, ist aber auch ein begehrtes Kaminholz. Die geschmeidigen Birkenruten eignen sich gut zum Besenbinden. Der Baumsaft findet in der kosmetischen Industrie Verwendung. Aus den Blättern kann Tee gemacht werden.
Die Eberesche ist ein kleiner, weit verbreiteter Waldbaum, der nicht höher als zehn bis 15 Meter wird. Die gefiederten Blätter erscheinen vom späten
April an, die doldigen, unangenehm riechenden Blütenstände im Mai. Im Spätsommer werden dann die roten Früchte reif. Sie sind Nahrung für viele
Vögel, die auch für die Verbreitung der unverdaulichen Samen sorgen. Das Holz der Eberesche ist relativ schwer und hart, zugleich aber biegsam und elastisch. Es wird zu Drechsler- und Schnitzarbeiten, aber auch zunehmend als Möbelholz genutzt.
Die Stieleiche ist die am häufigsten vorkommende Eichenart Mitteleuropas und kann viele hundert Jahre alt werden. Sie kann dabei in Ausnahmefällen eine Höhe von 50 Metern und einen Stammdurchmesser von drei Metern erreichen. Sie kommt vor allem in Laubmischwäldern vor und stellt keine besonderen Ansprüche an Feuchtigkeit und Nährstoffgehalt des Bodens, braucht allerdings viel Licht. Ihre tief reichende Pfahlwurzel verankert die Eiche fest im Boden. Die nährstoffreichen Eicheln werden gern von Eichhörnchen oder Eichelhähern gefressen. 
Das Holz der Stieleiche ist sehr hart und widerstandsfähig gegen Feuchtigkeit. Früher wurde es im Schiffbau eingesetzt, heute vor allem im hochwertigen Innenausbau (Türen, Treppen, Parkett usw.) und der Möbelindustrie. Eine spezielle Verwendung findet Eichenholz in der Herstellung von Fässern und Bottichen.
Die Esche ist ein 30 bis 40 Meter hoher Baum mit langem grauem Stamm und lichter Krone. In unbelaubtem Zustand kann man Eschen an den
großen schwarzen Endknospen erkennen. Die Fruchtstände bestehen aus kleinen geflügelten Nüssen, die erst im späten Herbst reifen und vom Wind verbreitet werden. 
Die Esche wird wegen ihres harten und biegsamen
Holzes geschätzt, aus dem man Ruder, Schäfte und Stiele für Geräte und Werkzeuge herstellt. Aber auch im Innenausbau findet die Esche (Treppen, Türen, Parkett) eine breite Verwendung.
Die Fichte ist unser häufigster Nadel- und Waldbaum und bedeckt 28 % der Waldfläche. Sie wurde großflächig angepflanzt und spielte eine große Rolle bei
der Behebung mittelalterlicher Waldverwüstungen, weil sie sich gut vermehren lässt und schnell wächst. Ihr Holz ist nach wie vor sehr wichtig für die Holzwirtschaft. Fichten benötigen wenig Licht, feuchte Luft und kommen mit niedrigen Temperaturen aus. Empfindlich reagieren sie auf lang anhaltende
Hitze und Dürre, sind dann anfällig für Schädlinge. Fichten werden 30 bis 60 Meter hoch und haben vierkantige, spitze Nadeln. Der Stamm mit der rotbraunen Borke ist sehr gerade, die Äste und Zweige gehen vom Stamm zur Seite weg, immer in Quirlen auf einer Höhe. Jedes 'Stockwerk' bedeutet
einen Jahreszuwachs. Die Fichte ist immergrün, ihre Blüten und Früchte sind Zapfen. 
Ihr Holz ist vielseitig einsetzbar: in der Bau-, Möbel- und Holzwerkstoffindustrie, zur Papier- und Zellstoffherstellung und als Brennholz. Die kegelförmigen Fichten werden gern als Weihnachtsbäume verwendet.
Die Lärche wird bei uns wegen ihres schnellen Wachstums und ihres wertvollen Holzes häufig angepflanzt. Sie ist sehr lichtbedürftig und
erreicht eine Höhe von 30 bis 40 Metern. Ursprüngliche Lärchenwälder gibt es wegen ihrer Anspruchslosigkeit an Boden und Witterung in den Alpen, heute ist die Lärche aber auch häufig in tieferen Lagen anzutreffen. Ihre Zapfen sind oval, die Nadeln hellgrün und sehr zart. Das widerstandsfähige
Lärchenholz wird als Bau- und Möbelholz geschätzt.
Die Rotbuche ist der verbreitetste Laubbaum Mitteleuropas - kaum ein Mischwald, in dem sie nicht vertreten wäre. In Deutschland hat die Buche einen Anteil von etwa 15 % an der Gesamtwaldfläche. Sie erreicht Höhen von 30, zuweilen bis 40 Metern und ist sehr schattenverträglich. Die dreikantigen, glänzend braunen Bucheckern sind willkommene Nahrung für viele Tiere, auch vom Menschen wurden sie früher genutzt. 
Mit ihrem harten Holz ist die Buche in den letzten Jahren zu der am vielseitigsten gebrauchten Holzart unter den einheimischen Hölzern geworden. Ihr leicht rötliches Holz wird für Möbel, Parkettböden, Eisenbahnschwellen, Frühstücksbretter, Papier, Faserplatten und wegen seiner hohen Dichte die geringerwertigen Stammteile auch gern als Brennholz verwendet.
Die Waldkiefer, auch Föhre genannt, ist von allen europäischen Baumarten am weitesten verbreitet. Während sie sich im Süden häufig mit anderen
Baumarten mischt, bildet sie im Norden ganze Wälder, die meist auf sandigen Böden wachsen. Bei günstigeren Boden- und Feuchtigkeitsverhältnissen
gedeihen in Kiefernwäldern Heidekraut, Preiselbeeren, Heidelbeeren und Moose. Die Waldkiefer wird fast 40 Meter hoch, erhebt sich also im Mischwald meist über die anderen Baumarten. Ihre Nadeln werden im Herbst nicht abgeworfen, sondern bleiben drei Jahre am Baum; nach und
nach werden sie erneuert. So tritt bei der Waldkiefer kein Kahlstand auf, sie ist immergrün. Das harzhaltige, gelbliche bis bräunliche Holz wird
sehr vielfältig verwendet: als Möbel- und Bauholz und zur Herstellung von Zellstoff und Papier.
Die Winterlinde ist kleiner als die Sommerlinde, ihre Krone wächst schlanker und die Blätter wirken feiner. Außerdem enthalten ihre Blütenstände mehr Blüten,
nämlich fünf bis elf. Der Blattaustrieb und die Blütezeit beginnen bei der Winterlinde etwa eine bis zwei Wochen später als bei der Sommerlinde.
Lindenholz lässt sich gut in alle Richtungen bearbeiten und wird deshalb gern von Bildhauern verwendet.

Die 76 Baumarten des deutschen Waldes:

Im Rahmen einer breit angelegten Studie zu Waldarten der Farn- und Blütenpflanzen, Moose und Flechten Deutschlands haben Wissenschaftler insgesamt 76 verschiedene Baumarten in den deutschen Wälder identifiziert. 

Mehr Informationen zur Studie finden Sie auf der Webseite der Nordwestdeutschen Forstlichen Versuchsanstalt.

Hier alle Baumarten im Überblick:

Arnstädter-Mehlbeere (Sorbus subcordata)
Badische-Mehlbeere (Sorbus badensis)
Berg-Ahorn (Acer pseudoplatanus)
Berg-Kiefer (Pinus uncinata)
Berg-Ulme (Ulmus glabra)
Breitblättrige-Bastard-Mehlbeere (Sorbus latifolia)
Bruch-Weide (Salix fragilis)
Donau-Mehlbeere (Sorbus danubialis)
Douglasie (Pseudotsuga menziesii)
Echte Mehlbeere    (Sorbus aria)
Elsbeere (Sorbus torminalis)
Eschen-Ahorn (Acer negundo)
Ess-Kastanie (Castanea sativa)
Europäische Lärche (Larix decidua)
Fahl-Weide (Salix x rubens)
Feld-Ahorn (Acer campestre)
Feld-Ulme (Ulmus minor)
Felsen-Ahorn (Acer monspessulanum)
Flatter-Ulme (Ulmus laevis)
Flaum-Eiche (Quercus pubescens)
Fränkische-Bastard-Mehlbeere (Sorbus franconica)
Gebirgs-Vogelbeere (Sorbus aucuparia ssp. glabrata)
Gemeine Buche (Fagus sylvatica)
Gemeine Eibe (Taxus baccata)
Gemeine Esche (Fraxinus excelsior)
Gemeine Fichte (Picea abies)
Gemeine Rosskastanie (Aesculus hippocastanum)
Gemeine Trauben-Kirsche (Prunus padus)
Gewöhnliche-Eberesche (Sorbus aucuparia ssp. aucuparia)
Grau-Erle (Alnus incana)
Grau-Pappel (Populus x canescens)
Hainbuche (Carpinus betulus)
Hänge-Birke, Weiß-Birke (Betula pendula)
Heilinger Bastard-Mehlbeere (Sorbus heilingensis)
Hersbrucker-Mehlbeere (Sorbus pseudothuringiaca)
Holz-Apfel (Malus sylvestris)
Holz-Birne (Pyrus pyraster)
Kanada-Pappel (Populus x canadensis)
Karpaten-Birke (Betula pubescens ssp. carpatica)
Lavendel-Weide (Salix eleagnos)
Lorbeer-Weide (Salix pentandra)
Manna-Esche (Fraxinus ornus)
Moor-Birke (Betula pubescens)
Moor-Kiefer (Pinus x rotundata)
Pannonische Mehlbeere (Sorbus pannonica)
Pflaumblättrige-Bastard-Eiche (Quercus x calvescens)
Reif-Weide (Salix daphnoides)
Robinie (Robinia pseudoacacia)
Rot-Eiche (Quercus rubra)
Rot-Esche (Fraxinus pennsylvanica)
Sal-Weide (Salix caprea)
Schneeballblättriger Ahorn (Acer opalus)
Schwachgelappte-Bastard-Mehlbeere (Sorbus parumlobata)
Schwarz-Erle (Alnus glutinosa)
Schwarz-Kiefer (Pinus nigra)
Schwarz-Pappel (Populus nigra)
Schwedische Mehlbeere (Sorbus intermedia)
Silber-Pappel (Populus alba)
Silber-Weide (Salix alba)
Sommer-Linde (Tilia platyphyllos)
Späte Traubenkirsche (Prunus serotina)
Speierling (Sorbus domestica)
Spitz-Ahorn (Acer platanoides)
Stechpalme (Ilex aquifolium)
Stiel-Eiche (Quercus robur)
Täuschende Bastard-Mehlbeere (Sorbus decipiens)
Trauben-Eiche (Quercus petraea)
Vogel-Kirsche (Prunus avium)
Vogesen-Mehlbeere (Sorbus mougeotii)
Wald-Kiefer (Pinus sylvestris)
Walnuss (Juglans regia)
Weiß-Tanne (Abies alba)
Weymouths Kiefer (Pinus strobus)
Winter-Linde (Tilia cordata)
Zirbel-Kiefer (Pinus cembra)
Zitter-Pappel (Populus tremula)